Predigt (Vorschau)
Liebe Gemeinde,
am Montag nach Exaudi befinden wir uns in der letzten Woche vor Pfingsten. Jesus hat gestern, an Exaudi, die Verheißung des Heiligen Geistes erneuert. Heute richtet das Johannesevangelium unseren Blick auf eine weitere kostbare Verheißung: die Kraft des Gebets im Namen Jesu.
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das wird er euch geben. Bis jetzt habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude vollkommen sei." (Joh 16,23b–24)
Diese Worte Jesu sind keine magische Formel. „Im Namen Jesu bitten" bedeutet nicht, eine bestimmte Wendung am Ende des Gebets anzufügen. Es bedeutet, im Einverständnis mit Jesu Willen und Wesen zu beten – mit dem Herzen dessen, der uns geliebt und für uns das Leben gegeben hat. Wer im Namen Jesu bittet, der fragt sich: Entspricht das, was ich erbitte, dem Wesen und Willen meines Herrn?
Jesus beschreibt in diesem Zusammenhang einen neuen Zugang zum Vater. Bisher hatten die Jünger Jesus selbst um Fürsprache gebeten. Nun, nach Himmelfahrt und Pfingsten, dürfen sie direkt zum Vater treten. Nicht weil der Vater fern oder gleichgültig wäre – sondern weil der Vater selbst sie liebt: „Denn der Vater selbst hat euch lieb." (Joh 16,27) Das ist eine überwältigende Aussage. Gottes Liebe zu uns ist nicht erst durch Jesus erzwungen worden. Sie kommt aus dem Herzen des Vaters selbst, dem Herzen, das Jesus uns offenbart hat.
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