Predigt (Vorschau)
Liebe Geschwister,
heute, am Freitag der 7. Osterwoche, stehen wir am Übergang zwischen der Auferstehung und der kommenden Ausgießung des Heiligen Geistes. In dieser Zeit des Wartens und der Vorbereitung ist es wichtig, über die Einheit nachzudenken, die uns als Gläubige verbindet – eine Einheit, die nicht nur unser eigenes Leben prägt, sondern auch das Zeugnis, das wir für die Welt sein sollen.
Im Johannesevangelium 17,21 betet Jesus: „Ich bete, dass sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ Diese Worte sind nicht nur ein Aufruf zur Einheit, sondern auch ein tiefes Eingeständnis der Kraft, die in dieser Einheit liegt. Jesus wünscht sich eine Gemeinschaft, die den Charakter Gottes widerspiegelt.
In unserer heutigen Zeit, in der Unsicherheit und Spaltung oft vorherrschen, können wir von diesem Gebet Jesu lernen. Einheit ist nicht gleichbedeutend mit Uniformität. Es bedeutet nicht, dass wir alle gleich denken, fühlen oder handeln müssen. Vielmehr ist es eine Einladung, unsere Herzen und Gedanken in der Liebe Christi zusammenzubringen. Es ist ein aktiver Prozess, der von der Bereitschaft geprägt ist, Unterschiede zu akzeptieren und dennoch in der gemeinsamen Mission vereint zu sein.
Der Apostel Paulus spricht in Epheser 4,3 von der „Einheit des Geistes“. Er ermutigt uns, „die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens“. Diese Einheit ist ein Geschenk Gottes, das wir bewahren müssen. Sie ist nicht selbstverständlich, sondern erfordert unser bewusstes Handeln und unsere Hingabe.
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